Aktuelle Studien zeigen, wie sich die Gesellschaft auseinander entwickelt hat. Auf der einen Seite engagieren sich immer mehr Jugendliche immer lauter, auf der anderen Seite verfestigen sich gerade auch bei jungen Menschen totalitäre Ansichten und das Gefühl des Nichtgehörtwerdens.

In der Literatur werden folgende drei Hauptgründe für Nicht-Beteiligung angegeben:

1. Aufgrund fehlender Ressourcen (weil sie nicht können, z.B. weil Ort und Uhrzeiten der Verfahren nicht mit Schulzeiten vereinbar sind)
2. Aufgrund mangelnden Interesses (weil sie nicht wollen, mangelndes politisches Interesse, fehlende Überzeugung, etwas bewirken zu können)
3. Aufgrund mangelnder Zugänge (weil sie nicht gefragt werden, es fehlt ihnen an Möglichkeiten oder Zugang zu politisch aktiven Menschen)

(Quelle: Institut für Partizipatives Gestalten 2017)

Wie stellen wir die Beteiligung der Gruppen sicher, die bisher ungehört sind? Was wünschen sich Kinder und Jugendliche für ihre Stadt und wie können diese Wünsche Wirkung entfalten? Im Rahmen eines Workshops wollen wir diese Fragen am 11. November mit Fachleuten, Betroffenen und allen, die Lust haben, diskutieren.

Am 7. November fand nun ein erstes Vorbereitungstreffen statt, bei dem Expert*innen und Schüler*innen gemeinsam einige Handlungsempfehlungen aufgestellt haben.

Folgende Punkte sind ihnen besonders wichtig, wenn es um die Beteiligung von Jugendlichen geht:

  • Erst Beziehung – dann Angebote! – Beziehungen zu „Zielgruppen“ / unterschiedlichen Milieus müssen aufgebaut werden, über formale Strukturen und informelle Strukturen/ offene Jugendarbeit!
  • Strukturen statt Einzelprojekte! – Für nachhaltige Beteiligungsstrukturen müssen Netzwerke langfristig entwickelt werden!
  • Aufsuchen und beteiligen! –Informationen müssen barrierefrei und in einfacher Sprache über verschiedene Kanäle kommuniziert und an Zielgruppen herangetragen werden! Information ist die Basis eines jeden Prozesses. Die qualitative Auswahl der Teilnehmenden ist wichtig, Ungehörte müssen aktiv aufgesucht und informiert werden! Onlineangebote müssen in analoge Kontexte eingebunden sein!
  • Ressourcen! – Es müssen konsumfreie kostenlose Räume für jeden Sozialraum zur Verfügung gestellt werden, dazu können vorhandene Räume genutzt werden, wie Bibliotheken, Stadtteilzentren, Freiwilligenagenturen oder Jugendclubs, es müssen Schulungen für Erzieher*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und Multiplikator*innen angeboten werden!
  • Keine Unklarheiten, sondern aktives Erwartungsmanagement! – Die Handlungsmöglichkeiten und der Umgang mit Ergebnissen müssen bereits im Voraus deutlich sein!
  • Beteiligung steigern – Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln! –Das Interesse über Erfolgserlebnisse des eigenen Engagements verstetigen! Daraus lernen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen zu vertreten. Beteiligung muss in Bildungsangebote von KiTas und Schulen aufgenommen werden! Übung macht den Meister! Empowerment und Begleitung von Kindern und Jugendlichen!
  • Beteiligung wertschätzen! – Anerkennung von Engagement!
  • Übersetzer*innen und Multiplikator*innen – müssen in Beteiligungsprozesse einbezogen werden! Es müssen Schnittstellen etabliert werden, die die unterschiedlichen Arten der Sprache in politische Forderungen und ihre Umsetzung konkretisieren!
  • Erwachsene sind das Problem! – Junger Expertise muss mehr Vertrauen entgegengebracht werden!
  • Selber machen! – Kinder und Jugendliche entwickeln ihre eigenen Themen, Wünsche und Formate, nicht nur Reaktion auf Angebote!

Wenn ihr am Workshop teilnehmen wollt, könnt ihr euch hier anmelden.

Redaktion GEMEINSAM BERLIN (CZ)

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